F.4 Ozonmesswerte

Bearbeitungsstand: 07/2011

 

Ozon (O3) ist ein unsichtbares Gas, das sowohl natürlich in der Stratosphäre in 12 bis 50 Kilometer Höhe über dem Erdboden als auch bodennah vorkommt. Erhöht sich die Konzentration in der bodennahen Luftschicht, kann es zu Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit und der Vegetation kommen.

 

Entstehung

Ozon bildet sich unter dem Einfluss von Sonnenlicht aus sogenannten Vorläufer­stoffen. Dabei handelt es sich um Stickstoffoxide (NOX) und leichtflüchtige organische Substanzen (VOC). Sie werden überwiegend durch den Verkehr, aber auch durch die Industrie und Kraftwerke emittiert.

 

Wirkung

Die folgende Übersicht zeigt verschiedenen Wirkungen und Schwellenwerte von Ozonkonzentrationen in der bodennahen Luft:

ab 40 µg/m3 Geruchsschwelle
ab 100 µg/m3 Augenreizungen und Kopfschmerzen (3),
beginnende Reizung der Atemwege (1)
ab 120 µg/m3 eingeschränkte Leistungsfähigkeit (3)
ab 160 µg/m3 Atemwegsentzündungen bei körperlicher Anstrengung (3),
beginnende Beeinträchtigung der Lungenfunktion (3)
ab 180 µg/m3 Information der Bevölkerung (2)
ab 200 µg/m3 Atemwegsbeschwerden (3)
ab 240 µg/m3 Reduzierung der physischen Leistungsfähigkeit (1),
Alarmschwelle der Bevölkerung (2),
Asthmatiker bekommen häufiger Anfälle (3)
ab 300 µg/m3 Hustenreiz,
Brustschmerzen (3)
ab 360 µg/m3 Warnung der Bevölkerung (2)
ab 400 µg/m3 bleibende organische Veränderungen der Atmungsorgane (3)

(1) 30 Minuten
(2) 1-Stunden-Mittelwert
(3) circa 6 Stunden

 

Die höchsten Ozon-Tageswerte treten bei anhaltendem sommerlichen Wetter mit hohen Temperaturen und geringeren Windgeschwindigkeiten vornehmlich in den Nachmittags- und Abendstunden auf und können dann auch den Schwellenwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreiten.

Beim Schwellenwert zur Information der Bevölkerung ab 180 Mikrogramm pro Kubikmeter für den Stundenwert wird Personen, die erfahrungsgemäß besonders empfindlich auf Ozon reagieren, vorsorglich empfohlen, Anstrengungen im Freien zu vermeiden. Sportliche Ausdauerleistungen sollten auf die frühen Vormittagsstunden oder auf die Abendstunden verlegt werden.

Der Alarmwert liegt bei 240 Mikrogramm pro Kubikmeter. Beim Überschreiten des Alarmwertes wird generell empfohlen, ungewohnte körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden. Von sportlichen Ausdauerleistungen im Freien wird abgeraten. Da die Ozonkonzentrationen in Innenräumen nur etwa halb so hoch sind wie außerhalb, sollte man sich im Haus aufhalten, sobald Symptome verspürt werden. 

In Gütersloh wurden in den Jahren 2000/2001 die O3-Konzentrationen stündlich gemessen. Die Messanlage stand auf dem Gelände der Stadtwerke Gütersloh. Die folgende Abbildung zeigt die Maximalwerte (15 Uhr) der Messung. Die geringsten Werte wurden morgens um 6 Uhr gemessen und pendeln zwischen Konzentrationen von 0,0 - 1,6 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Die dargestellte Kurve stellt einen typischen Verlauf über ein Jahr in Gütersloh dar.

Auskunftsdienste

Deutschlandweite sowie regionale Vorhersagen für den aktuellen und die nächsten 2 Tage, aber auch zurückliegende Messwerte sind zu erhalten über (ausgesuchte Beispiele):

 

Stadt Gütersloh, Fachbereich Umweltschutz; Letzte Änderung: 26.06.2018