F.2 Emissionskataster

Bearbeitungsstand: 11/2016

 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) führt ein landesweites Emissionskataster. Es beinhaltet Daten aller genehmigungsbedürftigen Industrieanlagen, die nach den Vorschriften des Bundes-Immissionsschutzrechtes grundsätzlich in regelmäßigen Abständen eine Emissionserklärung abgeben müssen. Weiterhin werden im Emissionskataster Daten zu den verkehrs- und hausbrandbedingten Schadstoffausstößen (Kleinfeuerungsanlagen) vorgehalten.

Eine Gesamtübersicht zeigt die folgende Tabelle. Datengrundlage sind die vorliegenden Angaben aus den Jahren 2012 bzw. 2013.

Datengrundlage für die Emissionsangaben sind für die Industrie die Emissionserklärungen. Die übrigen Daten werden aus strukturellen Bestandsdaten der Emittentengruppe und den bekannten Emissionswerten jeder Struktureinheit mit statistischen Mitteln hochgerechnet (Näheres dazu unter: http://www.uvo.nrw.de/).

Das Emissionskataster kann für ganz NRW unter der genannten Adresse im Internet eingesehen werden. Hier sind bis hinunter auf Gemeindeebene unter anderem alle berichtspflichtigen Emittenten mit allen relevanten Daten wie Emissionsart und Umfang, Betreiber etc. aufgelistet und zusätzlich in dynamischen Karten darstell- und abrufbar.

Übersicht

Zwischen den Emittentengruppen bestehen erhebliche Unterschiede hinsichtlich Art und Umfang der ausgestoßenen Schadstoffe. Schwermetalle und chlorhaltige organische Stoffe fallen vor allem bei der industriellen Produktion an, andere organische Stoffe sowie Ruß und Staub insbesondere im Verkehr. Bei der Gruppe der Treibhausgase sind diese Unterschiede dagegen weniger ausgeprägt. Diese Gruppe wird im Kapitel B.4 ausführlich behandelt.

Industrieemissionen

Im Jahr 2008 waren in Gütersloh 24 Industriebetriebe grundsätzlich zur Abgabe einer Emissionserklärung verpflichtet. Für einen Betrieb besteht nur eine Erklärungspflicht für Anlagenteile.

Bei Industriebetrieben überwacht die zuständige Bezirksregierung Detmold die Einhaltung der zulässigen Richtwerte. Mehrere Industriebetriebe in Gütersloh sind an die "Emissions-Fern-Überwachung" (EFÜ) angeschlossen. Dabei sind aktuelle Meßdaten jederzeit von der Bezirksregierung abrufbar, wodurch schneller auf Unregelmäßigkeiten reagiert werden kann.

Die folgende Abbildung zeigt einen Auszug im Kataster enthaltener Angaben zu Industrieemissionen in Gütersloh im Vergleich der Jahre 1996, 2008 und 2012.

Datengrundlage: Internetauskunft Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW 2016, Download: 15.11.2016

 

Einen großen Anteil an der industriellen Gesamtemission haben Stickstoffoxide (NOX) und Schwefeloxide (SOX). Sie stammen, wie auch Kohlenmonoxid (CO) ganz überwiegend aus Feuerungsanlagen und Heizkraftwerken. Der Rückgang der emittierten Mengen um bis zu zwei Drittel zwischen 1996 und 2008 ist auf verbesserte Feuerungs- und Filtertechnik und strengere gesetzliche Vorgaben zurückzuführen.

Leichtflüchtige Verbindungen ohne Methan (NMVOC) zeigen derzeit den größten Anteil an der industriellen Gesamtemission. Sie entstehen in Gütersloh vorwiegend bei der Trocknung von Holzspänen und bei der Verwendung von Lösungsmitteln. Die emittierte Menge stieg entgegen dem Bundestrend von 1996 bis 2008 um 28 Prozent auf 309 Tonnen, ist danach jedoch leicht zurückgegangen.

Industrielle Staubemissionen

Die Gesamtmenge der industriellen Stäube ist 2008 gegenüber 1996 um 61 Prozent zurückgegangen. Die darin enthaltene Feinstaubbelastung sank in der gleichen Größenordnung.

Alle weiteren emittierten Stoffe einschließlich der Anteile der einzelnen Betreiber können im Internet unter http://www.uvo.nrw.de/ eingesehen werden.

Die emittierten industriellen Stäube lassen sich zu etwa 2 Dritteln weiter differenzieren. Daten darüber stehen von 1996 zur Verfügung. Mit einem Alter von über 20 Jahren geben sie also nicht mehr den heutigen Stand wieder. Jüngere Daten liegen aktuell nicht vor (Stand: November 2016).

Die größte Gruppe war die der organischen Stäube. Sie entstanden in Gütersloh vor allem bei der Spanplattenproduktion. Das gilt auch für den organisch gebundenen Kohlenstoff und Terpene.  Der Ruß entstammt ebenso wie die Schwermetalle Feuerungsanlagen. Die übrigen Staubemissionen entstehen bei unterschiedlichen industriellen und gewerblichen Produktionsprozessen.

 

Datengrundlage: Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (LUA): Emissionskataster, 1996

Verkehr

Zur Emittentengruppe "Verkehr" liegen, ähnlich wie für die Industrie, differenziertere Daten vor, allerdings aus unterschiedlichen Jahren. Sie beruhen auf fahrzeuggruppenbezogenen Jahresfahrleistungen und spezifischen Emissionsfaktoren. Eine Aufschlüsselung nach den Kategorien Kraftfahrzeuge, Offroad, Schiene (also Bahn) und Flugzeuge zeigt die folgende Tabelle. "Offroad" umfasst dabei die Bereiche Baumaschinen, Landwirtschaft, Militär et cetera.


Stadt Gütersloh, Fachbereich Umweltschutz; Letzte Änderung: 17.11.2016