B.6 Heizungsbestand / Kleinfeuerungsanlagen

Bearbeitungsstand: 07/2008

 

Einen wesentlichen Einfluß auf die Luftqualität haben die Emissionen der Wohngebäudeheizungen. Die Art der Heizung sowie der genutzte Energieträger spielen die entscheidende Rolle. Erdgas ist beispielsweise ärmer an Schwefel als Heizöl oder Kohle. Es trägt damit weniger zur Schwefeldioxid (SO2)-Belastung bei. Zudem entsteht bei der Verbrennung weniger Kohlendioxid (CO2).

Auf die Einsparung von Energie insgesamt haben Sammelheizungen einen positiven Einfluß. Es ist energetisch günstiger, Zentral-, Block- oder Fernheizungen zu betreiben.

Beheizungsarten Wohngebäude

Die Verteilung der Beheizungsarten der knapp 17.300 Gütersloher Gebäude zeigt die Abbildung unten (Stand 1987). Es überwiegt ganz deutlich die Zentralheizung. Die Etagenheizung gibt es nur noch in 9 Prozent der Wohngebäude. Raumöfen sowie Fernheizungen weisen nur geringe Anteile auf.

Die Aufschlüsselung der Beheizungsarten sowie der Heizenergieträger der Wohneinheiten gibt die Abbildung unten wieder.

Beheizung Wohneinheiten

Die Gesamtzahl der Wohneinheiten in Gütersloh betrug 1987 34.422 (LDS 1987). Aus der Abbildung wird die Dominanz der Energieträger Gas und Heizöl deutlich. Andere Energieträger treten demgegenüber in den Hintergrund. 1987 wurden 139 Wohneinheiten zusätzlich mit umweltfreundlichen Sonnenenergie-Wärmepumpen versorgt. Die relativ alten Daten berücksichtigen nicht die aktuelle Entwicklung, z. B. auf dem Gebiet der regenerativen Energien (vergleiche Kapitel B.2).

 

Gütersloher Gebäudeumfrage 1998

Im Jahre 1998 ist eine umfangreiche Fragebogenaktion bei Gütersloher Gebäudeeigentümern (insgesamt etwa 18.500 Fragebögen) durchgeführt worden, um den wärmespezifischen Gebäudezustand, den Energieverbrauch der Gütersloher Gebäudesubstanz sowie das Sanierungspotenzial abschätzen zu können.

Neben anderen Aspekten wurden unter anderem Art und Alter der Gebäude und Heizungen, eingesetzte Brennstoffe, Fenstertypen, Qualität der Wärmedämmung und Energieverbräuche abgefragt. Die Umfrage kann allerdings, da sich der Rücklauf an Fragebögen (insgesamt 1.513 Rückmeldungen) hauptsächlich aus möglichen Interessenten an einer Altbausanierung zusammensetzt, nicht als repräsentativ eingestuft werden. Aus den Umfrageergebnissen können folgende Ergebnisse abgeleitet werden (alle folgenden Ausführungen einschließlich der Abbildungen beziehen sich ausschließlich auf die Daten der Gebäudeumfrage 1998):

Alter der Heizungsanlagen

Immer noch ist ein großer Teil der Häuser in Gütersloh mit alten Heizungsanlagen ausgestattet:

Jede vierte Anlage ist älter als 20 Jahre! Bei einem Vergleich mit gleichaltrigen Pkws leuchtet sofort ein: Heizungsanlagen diesen Alters entsprechen längst nicht mehr dem heutigen Technikstand hinsichtlich Wärmenutzung, Sparsamkeit und Abgaszusammensetzung.

Genutzte Energiequellen

Aus den beiden folgenden Abbildungen ist die Verteilung hinsichtlich des Energieverbrauches sowie der Kohlendioxid-Emissionen für die verwendeten Heizenergieträger - aufgegliedert nach Strom, Gas, Öl sowie Kohle/Holz - ersichtlich:

Die Rückmeldungen der Fragebogenaktion zeigen - im Vergleich zur Gesamtstadt (vergleiche Kapitel F.2 bis F.5) — einen hohen Anteil an Ölheizungen auf, die deutlich mehr Kohlendioxid und Schadstoffe bei gleicher Wärmeabgabe emittieren als Gasheizungen. Der ebenfalls überproportional hohe Stromeinsatz für Heizzwecke bewirkt eine relativ hohe Kohlendioxid-Emission, da bei der Produktion und Verteilung von Strom hohe Primärenergieverluste auftreten. Elektrische Heizungen sind daher die klimaschädlichste und verschwenderischste (auch teuerste) Art der Wärmeerzeugung!

Eine Aufschlüsselung der Jahresenergieverbräuche für Heizung und Warmwasserbereitung gibt folgende Abbildung wieder:

Zum Vergleich: der Jahresenergieverbrauch eines Niedrigenergiehauses mit Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung beträgt in Gütersloh durchschnittlich etwa 65 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche.

Weiterhin wissen wir aus der Umfrage, dass Brennwert- bzw. Niedertemperaturtechnik als Beheizungsart in 29 Prozent und moderne Wärmeschutzverglasung nur in etwa 8 Prozent der Häuser vorhanden ist. Der Anteil der Gebäudeeigentümer, die weder einzelne Maßnahmen zur Wärmedämmung ihrer Häuser noch Komplettsanierungen durchgeführt haben, ist mit etwa 35 Prozent als sehr groß zu bezeichnen. Ebenso bleibt festzustellen, dass die Gütersloher Gebäude im Mittel mehr als 230 Kilowattstunden an Wärmeenergie pro Jahr und Quadratmeter verbrauchen. Beim Heizenergieverbrauch könnten somit wenigstens 80 Prozent der bisher eingesetzten Energie eingespart werden.

Quelle:
Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (LDS): Gebäude- und Wohnungszählung 1987: "Bewohnte Wohneinheiten in Gebäuden", Düsseldorf

Stadt Gütersloh, Fachbereich Umweltschutz; Letzte Änderung: 12.12.2013