B.3 Energieeffizienz

Bearbeitungsstand: 12/2019

 

Die Energieeffizienz ist ein Maß für die Ausnutzung eingesetzter Energie. Unter maximaler Energieeffizienz wird verstanden, dass ein gewünschter Nutzen mit möglichst wenig Energieeinsatz erreicht wird. Es folgen Beispiele aus Gütersloh, bei denen laufend die Energieeffizienz gesteigert wird:
 

Bereich Stromversorgung

 

Energiekonzept Straßenbeleuchtung
Im Zeitraum von 2009 bis 2018 wurden von den insgesamt 10.600 Straßenleuchten im Stadtgebiet 6.220 erneuert. Damit wird der Kohlendioxidausstoß um 29 Prozent vermindert, was etwa dem strombedingten Kohlendioxidausstoß von rund 300 Einfamilienhäusern entspricht. Der Austausch der Leuchten war für einen Zeitraum von zehn Jahren vorgesehen, wobei jedes Jahr rund 622 Straßenleuchten und 168 Beleuchtungsmasten gewechselt wurden. 2019 wurde im Bereich der Straßenbeleuchtung folgende Maßnahme zur Reduzierung des Stromverbrauchs – durch Steigerung der Energieeffizienz - und der Lichtverschmutzung durchgeführt: Es wurden 2 Teststrecken (Radwege) mit neuen Leuchten ausgestattet, die eine sensorbasierte Lichtsteuerung haben, die auf Bedarf reagiert. In der Zeit ab 19.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens besteht momentan folgendes Dimmprofil :
Die Leuchten sind in dieser Zeit mit einer Beleuchtungsstärke von nur noch 20% eingeschaltet. Nach der Registrierung einer Bewegung, durch Fußgänger oder Fahrradfahrer, wird diese dann auf 100 % hochgefahren. Es werden immer zwei Leuchten in Lauf- bzw. Fahrtrichtung mit eingeschaltet. Sofern keine weitere Bewegung mehr vorhanden ist schalten sich die Leuchten nach 90 Sekunden wieder aus. In der Zeit vor 19.00 Uhr bzw. nach 5.00 Uhr sind die Leuchten zu 100% in Betrieb. Die Dimmprofile können jedoch individuell (um-) programmiert werden. Wenn sich das System bewährt soll es zukünftig auch an weiteren Radwegen eingesetzt werden.


Green IT („Grüne“ Informationstechnik)
Ein großer Teil des elektrischen Energiebedarfs der Stadtverwaltung ist auf die ständig wachsende und immer leistungshungrigere IT-Infrastruktur zurückzuführen. Als Verbraucher treten hier nicht nur die offensichtlichen Endgeräte wie Computer, Monitore und Drucker hervor, sondern in hohem Maße auch die Hintergrundtechnik wie Netzwerkverteiler, Server, Kühlgeräte und Batteriepuffer. Trotz immer höherer Anforderungen an die IT-Infrastruktur wird ein besonderes Augenmerk auf die Energieeffizienz der Geräte gelegt und somit eine möglichst klimaschonende und ökonomische EDV-Landschaft (elektronische Datenverarbeitung) zur Verfügung gestellt. Zudem werden durch Nutzerschulungen zu Umgang und Betrieb der Energieverbrauch vermindert und ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Zudem wird der Energieverbrauch durch Nutzerschulungen zu Umgang und Betrieb vermindert und hierdurch ein Beitrag zum Klimaschutzgeleistet. Das 2010 erstellte Konzept ist immer noch aktuell. Natürlich ist die Auswahl der in das Konzept passenden Endgeräte ein ständig laufender Prozess, aber an der grundsätzlichen Strategie hat sich nichts geändert.

Bereich Strom- und Wärmeversorgung

 

Energiekonzept Kläranlage Putzhagen
Die Kläranlage Putzhagen ist ein großer Energieverbraucher der Stadt Gütersloh. Der Energiebedarf wird in Form von Strom, Erdgas und Faulgas gedeckt. Die größten Energieabnehmer sind die Gebläse für die Abwasserbelüftung bei der biologischen Reinigung, die Pumpen für die Abwasserförderung und die Heizungsanlage zur Faulschlammerwärmung auf 37 Grad Celsius. Der Strom wird seit 2011 von den Stadtwerken Gütersloh GmbH bezogen (vorher RWE Westfalen-Weser-Ems AG)  und in den 2 eigenen Blockheizkraftwerken (BHKW) produziert. Die 2 BHKW, die das in den Faulbehältern anfallende Faulgas verstromen, haben eine installierte elektrische Leistung von 676 Kilowatt. Entstehende Wärme wird zur Aufheizung des Faulbehälters auf die erforderliche Betriebstemperatur von 37 Grad Celsius und für den sonstigen Wärmebedarf der Kläranlage verwandt. In kälteren Monaten musste teilweise mit Erdgas zugeheizt werden. Zur Verbesserung der Energiebilanz wird seit 2010 der Überschussschlamm eingedickt und ist in 2011 ein neues BHKW angeschafft worden. Die beiden Maßnahmen vermindern den Erdgasbezug und erhöhen die Eigenstromerzeugung.

Konzept zur energetischen Sanierung kommunal nutzungsorientierter Gebäude
2018 wurde die Energieleitlinie für die Stadt Gütersloh beschlossen. Ziel der gemeinsamen Anstrengung von Politik und Verwaltung der Stadt Gütersloh ist es, durch geeignete Maßnahmen den Energieverbrauch in den städtischen Gebäuden nachhaltig zu senken, die damit verbundenen Umweltbelastungen zu minimieren und daneben zur Entlastung des Gesamthaushalts die Energiekosten weit möglichst zu reduzieren, sowie die Energieeinsparziele der
Bundesregierung und der EU für 2050 zu erreichen. Die Energieleitlinie definiert die verbindlichen Rahmenbedingungen, die bei der Planung und
Ausführung von Neubauten, Umbauten und Erweiterungen bestehender Gebäude oder Gebäudesanierungen zu berücksichtigen sind und damit die baulichen Voraussetzungen für einen optimierten energetischen Betrieb schaffen.

Alle Förderungen durch die BMU-Klimaschutzinitiative finden Sie hier.

Bereich Nutzerverhalten

 

Energie sparen in Schulen und Kindertageseinrichtungen (TEK)
In Gütersloher Schulen und TEK wird ein Projekt „Energiesparen in Schulen und TEK“ durchgeführt. Projektzeitraum ist 2019 bis 2023. Eine vierjährige Förderung der Projektkosten im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des BMU wurde genehmigt.

2019 wurde der Beratungsauftrag ausgeschrieben und vergeben und ein Lenkungskreis konstituiert. Das beauftragte Beratungsunternehmen konnte das Projekt in fast allen Schulen und Tageseinrichtungen vorstellen und die ersten Einführungsseminare durchführen. Die Tageseinrichtungen werden sich vollständig beteiligen, bei den Grund- und weiterführenden Schulen gibt es Ausnahmen. Diese sind weitgehend nachvollziehbar: nicht besetzte Schulleitungsstellen, Unterbesetzungen und Vertretungsprobleme, Umbauten und Umzüge. Für diese Schulen soll ein späterer Einstieg offen gehalten werden.

Das Prämienmodell, Hausmeisterseminare und die Beantragung des Starterpakets wurden vorbereitet.

Bereich erneuerbare Energien

 

Zusätzlich zur Energieeinsparung durch die positive Beeinflussung des Nutzerverhaltens und die Optimierung der Gebäudesubstanz, Anlagentechnik und Regelung gehört der verstärkte Einsatz regenerativer Energien zu den Zielen der Stadt Gütersloh und des Energiemanagements. So stellt die Stadt Gütersloh seit Mitte der 90er Jahre geeignete Dachflächen städtischer Gebäude für die Installation von Fotovoltaikanlagen bereit. Im Bereich der Gebäudebeheizung hat der Brennstoff Holz inzwischen einen Anteil von über 12,6 Prozent des Heizenergieverbrauchs erreicht.

Zu allen Themen finden Sie im Klimaschutzprogramm der Stadt Gütersloh und in den Energieberichten nähere Informationen.


Stadt Gütersloh, Fachbereich Umweltschutz; Letzte Änderung: 07.04.2020