Fachbereich Umwelt der Stadt Gütersloh
Auszug aus dem Umweltportal
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C.7 ÖPNV in Gütersloh und Umgebung

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) kann in seiner Funktion als servicefreundliches Transportmittel auch wesentlich zur Reduzierung des PKW-Verkehrs und damit zur Reduzierung der Schadstoffemission beitragen.
Der Anteil des Autoverkehrs an der Schadstoffbelastung der Luft in der Gütersloher Innenstadt beträgt über 80 %, der des öffentlichen Verkehrs aber nur 5 %, zumal in allen Fahrzeugen der Stadtwerke Gütersloh schwefelfreier Diesel eingesetzt wird. Darüber hinaus leistet der ÖPNV einen Beitrag zur Verbesserung der Situation hinsichtlich des Verkehrslärms (vgl. Kap. I.2). Weitere gewichtige Gründe, wie geringerer Energieverbrauch und Parkraumbedarf sowie die Verkehrssicherheit, sprechen ebenfalls für eine weitere Förderung des ÖPNV.
 

Fahrgastzahlen SWG

Der ÖPNV wird getragen durch den Busverkehr. In Gütersloh obliegt dieser für die städtischen Linien dem Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Gütersloh GmbH (SWG). Die Entwicklung der Fahrgastzahlen seit 1966 verdeutlicht die Abbildung.


Quelle: SWG
Die jährlichen Fahrgastzahlen stiegen zunächst in den 1960er und 1970er Jahren steil an. Nach einem Rückgang in den 1980er Jahren nahmen die Fahrgastzahlen nach einer zwischenzeitlichen Stagnation bei etwa 3,5 Mio. in den Jahren 1991 bis 1993 auf 3,36 Mio. im Jahr 1994 nochmals ab. Seitdem war jedoch ein deutlicher Aufwärtstrend sichtbar, bis im Jahr 1998 über 3,8 Mio. Fahrgäste gezählt werden konnten. 1999 und 2000 gingen die Fahrgastzahlen allerdings wieder zurück. 2001 scheint sich dieser Trend jedoch umzukehren: 3,69 Mio. Fahrgäste wurden in diesem Jahr befördert. 2002 stieg die Fahrgastanzahl noch einmal auf 3,75 Mio. an. Ab 2003 wird ein deutlicher Aufwärts- Abwärtstrend sichtbar. 2005 und 2006 blieben die Zahlen geradezu unverändert. Bis Ende 2008 sanken die Zahlen jedoch wieder auf ca. 3,61 Mio. Fahrgäste.
 

Signalsteuerungen

Ein wesentlicher Punkt zur weiteren Attraktivitätssteigerung des ÖPNV ist die Verkürzung der Fahrtzeiten. Dazu können neben einer geeigneten Streckenwahl insbesondere von Omnibussen beeinflussbare Ampelanlagen beitragen. Dabei senden die Busse vor Ampeln ein Signal aus, das die Anlage dazu veranlasst, schneller wieder auf Grün zu schalten bzw. die Grünphase so lange zu halten, bis der Bus die Ampel passiert hat. Etwa 72 % der rund 120 Gütersloher Ampelanlagen sind inzwischen mit einem solchen System zur Signalsteuerung ausgestattet (Stand: Dezember 2001).
 

Mobilitätszentrale

Ein deutlicher Impuls für den ÖPNV geht auch von der MobilitätsZentrale aus. Dabei handelt es sich um ein kreisweites Auskunftssystem für den ÖPNV, das aus einer Kombination von stationärer Zentrale zur Auskunftserteilung und den dezentralen Komponenten der BürgerService-Einrichtungen, in die ÖPNV-Dienstleistungen integriert werden sollen, und der Touch-Screen-Automaten, die Auskünfte an zentralen Orten geben werden, besteht. Träger der MobilitätsZentrale ist die NVG Nahverkehrsgesellschaft Kreis Gütersloh mbH. Für das Projekt wurden Fördermittel aus unterschiedlichen Landesprogrammen beantragt.

Der stationäre Bestandteil des Systems ist im Multiplex-Kino am zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Gütersloh eingerichtet. Die Auskunftszentrale erteilt mündlich, telefonisch, per Fax und Post sowie per E-Mail Fahrplan- und Tarifauskünfte (Internet: www.nvg.de). Die einheitliche Telefonnummer innerhalb Ostwestalen-Lippes ist die 0 18 01/33 99 33 (zum Ortstarif; vom Handy: 0 52 41/22 24 10). Die Betriebszeiten für mündliche Auskunft sind montags bis freitags von 7.30 bis 18 Uhr und samstags von 8.45 bis 12.45 Uhr.

Als dezentrale Komponenten des Systems dienen die genannten Touch-Screen-Automaten. Standorte sind in Gütersloh das Kreishaus sowie die Stadtbibliothek. Es handelt sich bei den Automaten um Computer, die Auskünfte zum Fahrplan des ÖPNV ausgeben können. Die Geräte sind menügeführt zu bedienen und reagieren auf Bildschirmberührung. Angedacht ist eine spätere Integration in den sog. BürgerKiosk. Dabei handelt es sich um Automaten, die im Meldewesen Aufgaben der bürgernahen Verwaltung mit Hilfe des Programms KEWIS 2000 (Kommunales Einwohner-Informations-System) übernehmen sollen. Umfassende Informationen sind auch auf den Internetseiten zum Bus-Bahn-Gemeinschaftstarif zu erhalten
(www.dersechser.de).
 

Gemeinschaftstarif »Der Sechser«

Zum 28. Mai 2000 wurde der neue Gemeinschaftstarif für Bus und Bahn »Der Sechser« eingeführt. Er gilt in der Stadt Bielefeld, den Kreisen Gütersloh, Herford, Minden-Lübbecke und Lippe. Es besteht nun die Möglichkeit, mit nur einem Ticket durch die gesamte Region zu fahren — egal ob mit dem Bus oder der Bahn. Selbstverständlich gibt es auch ein breites Ticket-Sortiment. Für Berufspendler oder »Vielfahrer« gibt es günstige Alternativen im Abo-Verfahren wie z. B. das Sechser-Abo oder das Großkunden-Abo.
 

Sechser-Abo

Das Sechser-Abo ist ein übertragbares Monats-Ticket und hat eine Mindestlaufzeit von 12 Monaten. Es ist an jedermann übertragbar und berechtigt zu beliebig vielen Fahrten mit Bus, Stadtbahn und Nahverkehrszügen innerhalb des räumlichen Geltungsbereichs. Montags bis freitags nach 19.00 Uhr sowie an Samstagen, Sonn- und gesetzlichen Feiertagen ohne Zeiteinschränkung können mit dem Sechser-Abo bis zu 5 Personen (max. 2 Personen ab 15 Jahre) die Verkehrsmittel nutzen. Bei der Fahrt im Nachtbus/NachtExpress wird ein Rabatt von 1,80 € je Fahrt gewährt (keine Mitnahmeregelung). Das Abo ist ca. 22 % günstiger als das vergleichbare Monats-Ticket.
 

Großkunden-Abo

Das Großkunden-Abo kann nur vom Arbeitgeber für die Mitarbeiter bestellt werden. Es gelten die gleichen Bestimmungen wie für das Sechser-Abo, jedoch muss der Arbeitgeber mindestens 50 Stück abnehmen. Bei Abnahme von 50 Stück gibt es einen Rabatt von 5 %, bei 100 Stück einen Rabatt von 10 % und bei Abnahme von 1000 Stück einen Rabatt von 15 % auf den jeweils gültigen Preis des Sechser-Abos.
 

Weitere Angebote

Neben den aufgeführten Tickets gibt es natürlich noch viele Möglichkeiten, um für jeden das passende Ticket zu finden. Da gibt es z. B. das 9-Uhr-Monats-Ticket, das Monats-Ticket für Schüler und Auszubildende, das 7-Tage-Ticket, das Fun-Ticket, die 4er-Tickets für Kinder und Erwachsene, für Kurzstrecke oder für die City oder das Monats-Ticket für den Hund.
Es werden jedoch auch speziell an bestimmte Situationen angepasste Beförderungsmöglichkeiten angeboten. Dazu zählen der »Park+Ride-Verkehr« für die Dauer des Weihnachtsmarktes ebenso wie das Nachtbusangebot und das Anruf-Sammel-Taxi.
 

Nachtbus

Die Nachtbuslinien wurden im Februar 1998 eingeführt. Die Fahrtrouten weichen teilweise vom Tagverkehr ab, um Veranstaltungsorte und Diskotheken anzubinden. Von der zentralen Haltestelle ZOB starten die Busse auf zwei innerstädtischen Linien im Sternverkehr. Sie verkehren in den Nächten von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag sowie vor Feiertagen bis gegen 4 Uhr morgens. Seit Oktober 2001 wird das Gütersloher Stadtgebiet durch weitere Nachtbuslinien des kreisweiten NVG-Nachtbusnetzes erschlossen (Weitere Infos unter: www.bvo-bielefeld.de).
 

AST

Zu verkehrsschwachen Zeiten wird der Linienbus in ausgewiesenen Wohngebieten der Stadt Gütersloh (Isselhorst/Niehorst/Hollen und Waldsiedlung) durch das Anruf-Sammel-Taxi (AST) ersetzt. Das AST fährt täglich von ca. 22.00 Uhr bis 0.30 Uhr, sowie an Sonn- und Feiertagen von ca. 8.30 Uhr bis 13.00 Uhr in alle Stadtgebiete, die der Stadtbus Gütersloh anfährt. Das AST verkehrt aller­dings nur nach Anforderung durch den Fahrgast. Die Abfahrt erfolgt grund­sätzlich von einer Haltestelle, der Ausstieg ist aber auch an der Haustür möglich. Eine Anmeldung ist mindestens 30 Minuten vor Abfahrt notwendig (Telefon: 01801 - 21 22 21). Flächendeckende AST-Systeme gibt es in Harsewinkel, Rheda-Wiedenbrück, Halle und Steinhagen.

 
 

Liniennetz Stadtbus Gütersloh (Ausschnitt)


Quelle: SWG

Stadt Gütersloh, FB Umweltschutz; Letzte Änderung: 07.08.2013